Nachhaltigkeitsziel 10: weniger Ungleichheiten

Nachhaltigkeitsziel 10: weniger Ungleichheiten

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Am 28. Februar fand an der Kieler Universität ein großer BNE-Kongress für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte statt. In mehr als 30 Workshops zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen haben sich die Kinder und Jugendlichen mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgetauscht und diskutiert. In den nächsten Wochen wollen wir mit Euch tiefer in diese Nachhaltigkeitsziele eintauchen und Euch exemplarisch zeigen, welche Forschungsprojekte oder Angebote es in Kiel zu den einzelnen Themen bereits gibt. Außerdem freuen wir uns auf Eure Ideen zum Thema.

„BRANDaktuell: Globale Ungleichheit und Klimagerechtigkeit“

Was hat globale Ungleichheit mit Klimagerechtigkeit zu tun? Mit dieser Frage haben sich Marius Hübler und die Teilnehmenden im BNE-Workshop zum Nachhaltigkeitsziel 10 beschäftigt. Bei einem Weltverteilungsspiel wurde in der spielerischen Auseinandersetzung mit den Thema deutlich, wie ungleich Einkommen und die Verursachung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen zwischen Kontinenten und innerhalb der Weltbevölkerung verteilt sind. Anknüpfend an die Klimagerechtigkeitsbewegung beschäftigte sich die Workshop-Gruppe anschließend mit folgenden Fragen:

  • Wer trägt maßgeblich zum Klimawandel bei und wer ist von hauptsächlich von den Folgen betroffen?
  • Wer kann sich Hilfe und Schutz leisten? Wem wird bei Extremwetterereignissen, Bränden etc. (zuerst) geholfen?
  • Wer hat Zugang zu politischer Teilhabe und Lösungsfindungsprozessen?

Dabei zeigte sich: Die Auswirkungen des Klimawandels sind je nach Geschlecht, Herkunft, Ethnie, Alter, … sehr ungleich verteilt. Und das nicht nur zwischen Kontinenten und Ländern, sondern auch innerhalb lokaler Gesellschaften.

In der Diskussionen ging es schließlich auch um Lösungsansätze, die über technologischen Klimaschutz in Form von erneuerbaren Energien und Effizienzsteigerungen hinausgehen und zu Klimagerechtigkeit beitragen können. Folgende Schlagwörter sind dabei in den Workshops am Vor- und Nachmittag gefallen:

  • kooperatives und solidarisches Wirtschaften
  • regionale Wirtschaftskreisläufe
  • weniger Konsum und ein auf langfristige Nutzung orientiertes Produktdesign
  • Teilen statt Besitzen
  • Grundeinkommensmodelle
  • Umverteilung und mehr Räume für Selbstorganisation
  • Graswurzelinitiativen und
  • demokratische Mitbestimmung

Und worum geht es in Marius Forschung?

Da der Fokus von Nachhaltigkeits- und Klimaschutzstrategien häufig auf rein technologischen Ansätzen beruht, widme ich mich in meinem Promotionsvorhaben am Geographischen Institut der Uni Kiel der Frage, welche Rolle die Veränderung von Lebens- und Wirtschaftsweisen im Klimaschutz ländlicher Kommunen spielt und spielen könnte. Wie könnten Rahmenbedingungen und Infrastrukturen vor Ort geschaffen werden, die klimagerechte Lebensweisen in Bereichen wie Wohnen, Ernährung, Konsum, Gesundheitsversorgung oder Mobilität ermöglichen?

Um mich Antworten darauf zu nähern, plane ich einerseits Interviews mit kommunalen Akteurinnen und Akteuren wie beispielsweise Klimaschutzmanagerinnen und -managern. Im Rahmen von Workshops mit verschiedenen Personen aus diesem Bereich möchte ich aber auch konkret an Lösungsansätzen arbeiten. Ich sehe meine Forschung nicht nur als Möglichkeit die Akteurinnen und Akteure besser zu verstehen, sondern auch als Teil einer notwendigen sozial-ökologischen Transformation. Daher möchte ich nicht nur beobachtend, sondern auch transformativ forschen.

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